A bisserl Faustvon Martin AltmannKurzbeschreibung: Die Geschichte des Doktor Faust gehört seit dem Mittelalter zu den klassischen deutschen Werken. Nicht nur als Theater sondern auch als Puppenspiel wurde Faust gerne aufgeführt. Das Wissen über den historischen Faust ist stark von den herangezogenen Quellen abhängig. Er soll zwischen 1466 und 1480 geboren sein und Medizin, Astronomie, Astrologie und – damals üblich – Magie studiert haben und als Arzt, Philosoph, Horoskopersteller und Wunderheiler tätig gewesen sein. Sein spektakuläres Ende – er starb durch eine chemische Explosion bei dem Versuch Gold herzustellen – war wohl der Auslöser der Legendenbildung. Alle Werke über Faust leben von dessen verzweifelter Suche nach immer tieferer Erkenntnis, für die er dem Teufel sogar seine Seele verkauft. Im 18. Jahrhundert fand das Thema – vor allem durch die Fassung von J-W. Goethe eine literarische Aufwertung. Den menschlichen Zwiespalt zwischen Glauben und Wissenschaft, zwischen Ausschweifung und aufrichtiger Liebe zu seiner Gretchen faßte Goethe in ein Monumentalwerk, mit dem sich heute noch Generationen von Schülern mit wechselnder Begeisterung befassen dürfen. Auf den Faust I von Goethe stützt sich auch diese Version. Allerdings ist sie stark gekürzt. Goethes klassische Verse wurden frei ins Bayerische übersetzt und bringen zusammen mit einer alltäglichen Rahmenhandlung Farbe und Frische ein, so dass die Themen aktuell wie eh und je sind: Hans kommt wieder einmal vom Studium in die elterliche Wirtschaft heim, wird aber von den Stammgästen in seinen Lernbemühungen laufend unterbrochen. Er hat ein Auge auf die neue Kellnerin geworfen, wird aber von ihr schnippisch abgewiesen. Im Traum vermischen sich seine Erlebnisse und die reale Umgebung mit seinen Sehnsüchten und seiner Phantasie zu grotesken und komischen Gebilden. Er wird zu Faust und verbündet sich mit Luze, einem Abkömmling der Hölle. Zusammen konstruieren sie ein Veloziped, mit dem sie von Szene zu Szene eilen. Sie nehmen die Gäste der Wirtschaft beim Kartenspiel aus, verschaffen sich bei der Hexe einen Liebestrank und verführen auf diese Weise die Angebetete. Als ein Stammgast diese verteidigen will, ermorden sie ihn und fliehen. Doch als Faust sieht, dass er seine Geliebte ins Verderben gestürzt hat, will er sie retten – auch wenn er dafür seine Seele verliert. Letztendlich ist ihre Liebe nicht stark genug. Sie scheitern beide. Faust fährt zur Hölle.
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